Mitdenker*in - die Meinungsseite

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Kommentare: 1
  • #1

    Hartmuth Hechtbauer (Montag, 10 Mai 2021 09:15)




    Brenner Nordzulauf -
    Sachstandsbericht zur geplanten Neubaustrecke im Bereich der VG Aßling
    Die Planungsgrundlage: Die Deutsche Bahn plant im Auftrag
    der Bundesrepublik Deutschland eine 2- gleisige Neubaustrecke
    (NBS) zwischen Grafing Bahnhof und der Grenze bei Kufstein
    sowie eine Blockverdichtung zwischen Grafing Bahnhof und
    München. Die Fertigstellung ist etwa für 2040 geplant.
    Grundlage für den Planungsauftrag ist der Bundesverkehrswegeplan 2030 (Drucksache 18/9350 des Deutschen Bundestages).
    Auf Seite 163 im Projekt 2-009-V03 ist die Maßnahme beschrieben. Für die gesamte Maßnahme sind Investitionen von 1,3
    Milliarden Euro eingeplant.
    Der Planungsstand: Die Planung ist in sich überschneidende
    Abschnitte aufgeteilt. Der Planungsstand ist in diesen Abschnitten sehr unterschiedlich. Über Grobtrassenvarianten wird die
    endgültige Trasse ermittelt. Im Planungsraum zwischen Kiefersfelden und Tuntenhausen wurde am 13. April die Auswahltrasse
    für den Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Nun erfolgt die vertiefte
    Planung. Etwa 60 Prozent der Strecke verlaufen unterirdisch.
    Für den Abschnitt, in dem auch die VG-Gemeinden liegen,
    zwischen Großkarolinenfeld und Grafing Bahnhof, hat im Juli
    2020 die erste Sitzung des Dialogforums stattgefunden. Bis Ende
    2021 sollen laut der DB die Grobtrassen vorliegen. Grundsätzlich
    können diese überall auf den Flächen der VG-Gemeinden verlaufen. Zwischen Grafing und München werden keinen neuen Gleise
    gebaut. Hier soll durch eine Verbesserung der Signaltechnik auf
    den zwei Bahntrassen durch eine Blockverdichtung (European
    Train Control System ETCS), die Kapazität erhöht werden.
    Weitere Informationen finden Sie auf:
    www.brennernordzulauf.eu
    Die Bürgerbeteiligung durch das Dialogforum: Im Dialogforum ist je ein/e BürgermeisterIn sowie ein/e BürgerIn der
    betroffenen Gemeinden vertreten. Vertreten sind im Planungsraum Grafing – Großkarolinenfeld die Gemeinden Aßling, Bad
    Aibling, Baiern, Bruck, Emmering, Frauenneuharting, Grafing,
    Großkarolinenfeld, Tuntenhausen sowie Interessenvertreter wie
    Bauernverband, Bund Naturschutz oder IHK. Sie sind grundsätzlich nichtöffentlich. Es haben bisher drei Sitzungen stattgefunden. Ein wesentlicher Einfluss auf die Trassenplanung ist nicht
    möglich. Der Planungsauftrag der Bahn ist eine bestandsstreckenunabhängige NBS. Der Bestandsstreckenausbau ist derzeit
    nicht Teil des Planungsauftrags. Der Planungsauftrag kann durch
    die Teilnehmer nicht geändert werden.
    Die Tunnellösung: Nach dem derzeitigen Stand ist vor Ort nicht
    mit einer Tunnellösung zu rechnen. Dies hat zwei Gründe. Erstens
    kommt nach der jetzigen Planung die Auswahltrasse Kiefersfelden/Tuntenhausen oberirdisch in Ostermünchen an und die
    Strecke wird in Grafing Bahnhof auch oberirdisch weiter laufen.
    Zweitens übersteigen die Baukosten der Strecke Kiefersfelden/
    Tuntenhausen aufgrund des hohen Tunnelanteils mit etwa 7 Mrd.
    Euro die geplanten Gesamtkosten von 1,3 Mrd. Euro enorm. Auch
    bei einer Tunnellösung wird weiterhin ein Teil des Güterverkehrs
    über die Bestandsstrecke abgewickelt.
    Die Bestandsstrecke: Bis zur geplanten Fertigstellung 2040 der
    neuen Gleise wird der gesamte Bahnverkehr inklusive der zusätzlichen Züge vom Brennerbasistunnel über die Bestandsstrecke
    laufen. Auch nach der Inbetriebnahme einer möglichen NBS wird
    ein Teil des Güterverkehrs über die Bestandsstrecke abgewickelt,
    da Güterzüge und Züge für den Personenfernverkehr mit sehr
    unterschiedlichen Geschwindigkeiten fahren. Eine Verbesserung
    des Lärmschutzes an der Bestandsstrecke ist von Seiten der Bahn
    derzeit nicht geplant.
    Fazit: Die DB plant eine zweigleisige Neubaustrecke unabhängig
    zur Bestandsstrecke, geplante Fertigstellung 2040. Der Einfluss
    über das Dialogforum ist sehr gering. Die derzeitige Ausrichtung
    der Planung bringt für die nächsten Jahrzehnte weder eine
    Verbesserung für den Nahverkehr noch beim Schallschutz an der
    Bestandsstrecke.
    Soweit der Text aus der VG Aßling. Es kann doch wohl nicht sein, das man schon zu diesem frühen Zeitpunkt schon kapituliert. Die Streckenführung ist ja noch nicht mal klar. Es heißt nun Eingaben machen, Meinung bilden und Forderungenstellen. Und in den Widerstand gehen. Die Minimallösung muss zumindest ein durchgehender Schallschutz sein!